Eine besondere Begegnung

Einer unserer großartigsten Künstler des Rock 'n' Roll-Zeitalters war und ist klipp und klar Ted Herold!

MemoMeister Gerd Alzen mit Ted Herold

Als der Beatboom einsetzte ging es mit dem Deutschen Schlager erstmal gewaltig den Bach runter. Auch Ted Herold musste dieser Sache Tribut zollen! Sicher gab es den einen oder anderen jungen Interpreten wie Drafi Deutscher, die beide Tugenden unter einen Hut brachten, doch so richtig "funken" sollte das nicht mehr! Also besann der Ted sich auf andere Tugenden und machte klammheimlich eine Radio-und Fernsehtechnikerlehre mit Meisterprüfung. Also ein wahrlicher Meister seines Faches! Nebenher, um nicht ganz den Faden der Musik zu verlieren, legte er als DJ die runden Scheiben auf. Und das fand ich persönlich sehr gut. Die Medien erzählten zwar auch, dass es deshalb auch um die Ehe schlecht bestellt sein würde, doch das ist ja seine Privatsache und geht niemanden wirklich was an! Ein Ex-Schlagerstar, der sich auch mit dem Umfeld seiner Musik identifizieren konnte - und wenn der Showbiz nicht mehr klappte, einfach einen "normalen Job nachgehen konnte, davor sollte man den Hut ziehen!"Ende der 70er Jahre holte Udo Lindenberg diesen Künstler wieder aus der Versenkung!

Hier die Vorgeschichte über den damaligen Comebackversuch!

Irgendeines schönen Tages in den 70er Jahren auf meiner Pendelstrecke Lübeck-Hamburg sah ich einen unauffällig wirken wollenden Typen mit großen Schlapphut auf dem oberen Ende des Intercity-Ganges rumlümmeln. Dieser Typ war Porschefahrer und inzwischen bekannt wie ein "Bunter Hund!" Aber so wie er da stand kannten ihn "öffentlich" nur wenige. "Hey Udo, schoss es aus mir heraus, das gibt's doch gar nicht..."
Komm antwortete er, brüll nicht so laut und lass uns Platz nehmen - und schon saßen wir mitten auf der oberen großen Treppe zum Bahnsteig runter, als wenn zwei Kumpels sich lange nicht gesehen hatten. Er erzählte mir von seiner Mutter Hermine, die jeden Moment mit dem Intercity eintreffen sollte, doch das Ding hatte mal wieder starke Verspätung. Ich plauderte ein wenig über unsere Memory Hitsgeschichte und dass ich kürzlich ein telefonisches Interview mit Ted Herold geführt hatte. (Nachzulesen in einer unserer alten Fanclubmagazine!) Das machte den Udo richtig stutzig, einen wie mich, den kaum einer wirklich kannte, hatte mit "Ready Teddy" gesprochen. Und weiter sagte Udo: "Woher kenne ich Dich eigentlich, irgendwie kamst Du mir gleich bekannt vor. Hey, Udo gab ich zur Antwort, Du bist doch der "helle Wahnsinn" - willst Du mich verar... "Würde ich mich mit Dir sonst hier auf der Treppe niederlassen, kam es "Lindi" spontan über seine Lippen, grins! Er erzählte von seinem neuen "Rock Revue Album" - so ging das hin- und her, die Zeit verging wie im Fluge und ich ward' das Gefühl nicht los, er hatte sich köstlich amüsiert! Der Intercity hatte es nun auch geschafft. Kurze Begrüßung seiner Mutter, noch schnell das Versprechen ein Fanclubmagazin zusenden und den Ted nicht ganz zu vergessen; seine Nummer hast Du jetzt ja - und dann brausten sie standesgemäß im Porsche davon, hatte einer was anderes erwartet...?

Da ich noch zwei spätere Termine bei den Leuten der Metronome und Phonogram hatte, erzählte ich meinen "Freunden" Simon und Fritz, der heute bei der Polydor sitzt, davon - und die glaubten sicherlich, dass ich sie auf den Arm nehmen wollte.

Anzumerken bliebe nur: "bis zum heutigen Tage habe ich weder "Panik -Udo", noch Ted Herold wirklich wieder gesehen, aber vielleicht hatte diese kleine Begebenheit das damalige kurze Comeback von Ted Herold möglich gemacht?

Der wahre Hintergrund meines Ted Herold-Interviews: "Irgendwelche Leute hatten eine Bootleg mit seinen Originalen über den guten Ted herausgebracht." Wäre die Plattenfirma nicht so "schlafmützig" gewesen, wäre wohl auch niemand auf diese Idee verfallen. Irgendwie hatte er es wohl erfahren. Auch sein Fanclub im Süden der Republik konnte ihm oder wollten nicht wirklich helfen? Nur, ganz natürlich, dass er versuchte diese LP zu bekommen. Und weil der MFC damals an Grösse in Deutschland wirklich was einmaliges war, versuchte Ted es logischerweise über uns, und nur deshalb; bekam ich das Interview, nicht weil man "Börks" war, "grineman..."

Später gelang dem Ted ja, wie wir wissen Dank Udo Lindenberg's ein kurzes Comeback!

Und last not but least - auch Memo-Meister Gerd Alzen konnte Ted in einer "Memory Hits-Sendung" begrüßen.

Soviel mal zu meiner kleinen Ted Herold Story!  Börks


Anmerkung von Herrn Bettker

Von: Manuela Kus Datum: 11.02.2008 19:06:49

Hallo Herr Bettker, selbstverständlich können Sie weiter den vorliegenden Text veröffentlichen - nur eine kleine Anmerkung dazu. Dank Udo Lindenberg war Teds Comeback nicht nur klein, sondern dauerte von 1978 bis zum Beginn der Neuen Deutschen Welle, die ja bekanntlich das Ende oder zumindest eine Unterbrechung vieler anderer Karrieren bedeutete. Und nicht zu vergessen, Ted hatte von 1980 an 6 Hits in Folge, wurde 1982 mit der Goldenen Stimmgabel als meist verkaufender Schallplatten-Interpret des Jahres 1981 ausgezeichnet. Wie Sie wissen, ging zwar danach der Plattenverkauf zurück, doch Ted blieb weiterhin sehr erfolgreich auf der Bühne. Und dies bis heute.


Anmerkung von Herrn Bettker, wegen Verwendung des Foto`s im Kopfbereich

Von: Ted Herold Datum: 30.03.2017 14:14

Hallo Detlev,
Du kannst das Foto verwenden !
Viele Grüße
Ted